Über uns

Wir sind Irene und Sebastian, stolze Eltern von drei wunderbaren Kindern und absolute Reisejunkies. Seit Jahren bereisen wir verschiedene Länder, um die Welt zu entdecken und gemeinsam als Familie Abenteuer zu erleben.

Unsere Reisesucht begann mit einem einfachen Traum: Wir wollten unseren Kindern zeigen, wie groß und vielfältig die Welt ist, und ihnen eine Bildung ermöglichen, die weit über das hinausgeht, was in einem Klassenzimmer vermittelt werden kann. Also kauften wir uns im Jahr 2017 ein Wohnmobil und bereisten Europa. Im Sommer 2025 haben wir die Kinder von der Schule beurlauben lassen und zu einer einjährigen Weltreise aufgebrochen.

Seitdem haben wir atemberaubende Orte und spannende Kulturen kennengelernt und unvergessliche Erlebnisse und Erinnerungen gesammelt. Jeder Ort hat uns als Familie bereichert. 

Auf dieser Seite möchten wir unsere Abenteuer mit Dir teilen. Hier findest du unsere Reiseberichte, praktische Tipps und Inspirationen für Dein eigenes Abenteuer.

Wir möchten zeigen, dass ein Leben voller Reisen und Freiheit möglich ist – auch und gerade mit Kindern und trotz Schule!

Unsere Werte sind Offenheit, Neugier und der Mut, neue Wege zu gehen. Wenn wir eins gelernt haben, dann das: Die besten Erinnerungen entstehen oft abseits der ausgetretenen Pfade.

Schön, dass Du uns auf unserer Reise begleitest!

Irene & Sebastian

Unser Weg zum Worldschooling – Teil 3

Unsicherheit, Vergleiche und der Umgang mit äußeren Erwartungen

Je weiter wir uns von festen schulischen Strukturen entfernten, desto deutlicher wurde uns, dass die größte Herausforderung nicht im Lernen selbst lag, sondern in dem, was sich darum herum abspielte. In unseren eigenen Gedanken, in Vergleichen mit anderen und in den Erwartungen, die – offen oder unausgesprochen – von außen an uns herangetragen wurden.

Während sich unser Alltag langsam neu sortierte, blieb ein Gefühl zunächst hartnäckig bestehen: Unsicherheit.

 

Wenn es keine klaren Maßstäbe mehr gibt

Solange Lernen an Schule gebunden ist, gibt es klare Bezugspunkte. Lehrpläne, Klassenstufen, Zeugnisse und Rückmeldungen geben Orientierung, auch wenn man sie kritisch sieht. Sobald diese äußeren Marker wegfallen, entsteht ein leerer Raum, der zunächst ungewohnt und manchmal beunruhigend wirkt.

Wir mussten lernen, mit dieser Offenheit umzugehen. Nicht alles ließ sich sofort einordnen, nicht jede Phase war klar benennbar. Es gab Tage, an denen wir uns fragten, ob wir genug tun, ob wir etwas übersehen oder ob wir unseren Kindern etwas vorenthalten.

Diese Unsicherheit ließ sich nicht einfach abschütteln. Sie gehörte dazu. Und erst als wir aufhörten, sie als Zeichen von Versagen zu deuten, sondern als Teil eines neuen Weges zu akzeptieren, wurde sie handhabbar.

 

Vergleiche, die Druck erzeugen

Ein weiterer Aspekt, der uns lange begleitet hat, waren Vergleiche. Nicht immer ausgesprochen, oft eher subtil. Gespräche mit anderen Familien, Einblicke in klassische Schulwege oder auch gut gemeinte Fragen führten schnell zu inneren Abwägungen.

Wo stehen andere Kinder?
Was „müsste“ man in diesem Alter können?
Und wie lässt sich das eigene Erleben einordnen?

Wir merkten, wie schnell solche Vergleiche Druck erzeugen, auch wenn sie zunächst harmlos erscheinen. Denn sie verschieben den Fokus weg vom eigenen Alltag und hin zu äußeren Maßstäben, die selten zur eigenen Situation passen.

Mit der Zeit wurde uns klar, dass diese Vergleiche keine hilfreiche Orientierung bieten. Sie sagen wenig darüber aus, wie Lernen im individuellen Kontext funktioniert, und noch weniger darüber, was ein Kind langfristig trägt.

Erwartungen von außen – und von uns selbst

Neben äußeren Vergleichen spielten auch Erwartungen eine große Rolle. Manche wurden offen formuliert, andere schwebten unausgesprochen im Raum. Erwartungen an Verantwortung, an Verlässlichkeit, an „richtige“ Entscheidungen.

Besonders herausfordernd war dabei, dass viele dieser Erwartungen nicht von außen kamen, sondern aus uns selbst. Aus dem Wunsch heraus, es gut zu machen, nichts zu riskieren und allen Anforderungen gerecht zu werden.

Erst nach und nach konnten wir unterscheiden, welche Erwartungen tatsächlich relevant waren – und welche eher aus Gewohnheit oder Angst entstanden. Diese Unterscheidung war kein einmaliger Schritt, sondern ein fortlaufender Prozess, der Aufmerksamkeit und Ehrlichkeit erforderte.

 

Vertrauen wächst nicht auf Knopfdruck

Ein zentrales Thema in dieser Phase war Vertrauen. Nicht als abstrakter Begriff, sondern ganz konkret im Alltag. Vertrauen in unsere Kinder, in ihre Entwicklung und in unsere Fähigkeit, sie zu begleiten.

Dieses Vertrauen ließ sich nicht beschließen. Es wuchs langsam, durch Beobachtung, durch Erfahrungen und durch das Wahrnehmen kleiner, oft unscheinbarer Fortschritte. Gerade in Momenten, in denen Lernen nicht offensichtlich sichtbar war, mussten wir lernen, genauer hinzuschauen.

Mit der Zeit wurde deutlich, dass Vertrauen nicht bedeutet, alles laufen zu lassen. Es bedeutet, präsent zu bleiben, aufmerksam zu begleiten und bereit zu sein, einzugreifen, wenn es nötig ist – ohne ständig zu kontrollieren.

 

Der eigene Maßstab

Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg war die Entwicklung eines eigenen Maßstabs. Weg von äußeren Vergleichsgrößen, hin zu Fragen, die näher an unserem Alltag lagen.

Fühlen sich unsere Kinder sicher?
Bleiben sie neugierig?
Gibt es Raum für Fragen, Vertiefung und Entwicklung?

Diese Fragen gaben uns mehr Orientierung als jede externe Einschätzung. Sie halfen uns, Entscheidungen bewusster zu treffen und Unsicherheit nicht als Schwäche, sondern als Teil eines verantwortungsvollen Prozesses zu verstehen.

 

Was wir heute anders einordnen

Rückblickend sehen wir Unsicherheit, Vergleiche und Erwartungen nicht mehr als Hindernisse, sondern als Begleiter, die uns gezwungen haben, genauer hinzuschauen. Sie haben uns immer wieder herausgefordert, unsere Motive zu überprüfen und unsere Entscheidungen bewusst zu treffen.

Dieser Weg ist nicht abgeschlossen. Und er muss es auch nicht sein. Lernen, Entwicklung und Orientierung bleiben dynamisch – besonders in einem bewegten Alltag.

 

Ein Gedanke zum Schluss

Worldschooling bedeutet für uns nicht, frei von Zweifeln zu sein. Es bedeutet, mit ihnen umgehen zu lernen, ohne dass sie den Alltag bestimmen. Zwischen Unsicherheit und Vertrauen entsteht ein Raum, in dem Lernen wachsen kann – nicht perfekt, aber tragfähig.