Wir Worldschoolen jetzt

Unser Weg zum Worldschooling

Als wir uns entschieden haben, als Familie länger zu reisen, war uns eines von Anfang an wichtig:
Lernen sollte weiterhin ein fester Teil unseres Alltags bleiben.

Das lag nicht nur an unserer Verantwortung als Eltern, sondern auch an unserer eigenen Geschichte. Lernen begleitet uns seit vielen Jahren – beruflich wie persönlich.

Sebastian arbeitet seit langem als Lehrer, Tutor und Bildungscoach. Mit STUDIMUNDO und der individuellen Förderung in unserem eigenen Institut in Steinfurt begleiten wir Kinder, Jugendliche und Familien in sehr unterschiedlichen Lernprozessen. Lernen zu strukturieren, zu begleiten und an individuelle Bedürfnisse anzupassen, gehört seit Jahren zu unserem Alltag.

Gerade deshalb gingen wir zunächst davon aus, dass sich Lernen auf Reisen gut organisieren lässt.

Doch zuerst: Die Schulbeurlaubung

Bevor wir überhaupt unterwegs waren, stand allerdings eine viel grundlegendere Frage im Raum: Dürfen wir das überhaupt? Weltreise mit schulpflichtigen Kindern – geht das in Deutschland?

Bei der Vorbereitung und der tieferen Beschäftigung mit dem Thema Schulpflicht stießen wir immer wieder auf widersprüchliche Aussagen. Wir haben schnell gemerkt: Es fehlt an klarer Orientierung. Wir haben nächtelang recherchiert und gesucht, wie wir am besten vorgehen, damit es auf jeden Fall klappt. Leider gab es nichts, was uns wirklich weitergeholfen hat. 

Genau diese Mühe möchten wir euch ersparen und haben unseren eigenen Weg zu einer erfolgreichen Schulbeurlaubung in einem eBook für euch zusammengefasst.

Darin findet ihr:

  • Die besten Strategien im Umgang mit Widerständen

  • Argumentationshilfen für die Gespräche mit der Schule

  • Typische Stolpersteine – und wie ihr sie vermeidet

  • Unsere persönlichen Erfahrungen, ehrlich und praxisnah

Das eBook "Weltreise mit Kindern trotz Schulpflicht - Der Weg zur Schulbeurlaubung" bekommt ihr hier..

Genau so ein Buch hätten wir uns selbst zur Vorbereitung unserer Reise gewünscht. - Hier ist es!

Lernen auf Reisen – zwischen Anspruch und Realität

Nachdem wir die schriftliche Bewilligung der Schulbeurlaubung für ein ganzes Jahr in Händen hielten, kümmerten wir uns um das Lernen unterwegs. Ohne weitere Unterstützung durch unsere Schule, ohne Materialien und ohne klare Begleitung standen wir vor der Aufgabe, Lernen vollständig selbst zu gestalten. Unser Anspruch war hoch: Wir wollten möglichst nah am Schulstoff bleiben, nichts verpassen und unseren Kindern einen problemlosen Anschluss ermöglichen.

Was wir unterschätzt haben, war nicht der Lernstoff, sondern der Druck, der dadurch entstand.

Reisen bedeutet Veränderung: neue Orte, neue Eindrücke, wechselnde Tagesabläufe. Kinder müssen Zeit und Raum haben, das Erlebte zu verarbeiten. Lernen in diesem Kontext dauerhaft zu planen und zu strukturieren, erwies sich als schwieriger, als wir erwartet hatten. Lerneinheiten wurden kürzer oder fielen aus, das schlechte Gewissen wuchs, und mit ihm auch die Belastung im Familienalltag.

Mit der Zeit wurde deutlich: So, wie wir Lernen ursprünglich gedacht hatten, passte es nicht zu unserem Leben unterwegs.

 

Der Perspektivwechsel

Der entscheidende Wendepunkt kam, als wir begannen, Lernen grundsätzlich anders zu betrachten. Durch den Austausch mit anderen reisenden Familien und durch unsere eigenen Erfahrungen erkannten wir, dass Lernen auf Reisen nicht zwangsläufig an Schulstoff, Stundenpläne oder feste Programme gebunden sein muss.

Statt Lernen immer weiter zu organisieren, begannen wir, es wieder stärker wahrzunehmen.

Fragen entstehen aus dem Alltag.
Themen entwickeln sich aus Erlebnissen.
Grundlagen werden eingebettet, statt isoliert behandelt.

Dieser Perspektivwechsel nahm den Druck aus dem Reisealltag – ohne dass wir uns dabei aus der Verantwortung stehlen. Doch der Weg dahin war ein langer! (Um euch viele Umwege zu ersparen, könnt ihr unsere 5 größten Denkfehler über das Lernen aus Reisen übrigens in unserem kostenlosen eBook nachlesen.)

 

Warum wir uns bewusst für Worldschooling entschieden haben

Heute machen wir bewusst Worldschooling. Für uns bedeutet das nicht, Schule grundsätzlich abzulehnen oder Lernen dem Zufall zu überlassen. Worldschooling ist für uns eine Haltung: Lernen wird nicht vom Leben getrennt, sondern bewusst mit dem Alltag verbunden.

Reisen wird zum Lernraum. Erfahrungen werden zum Ausgangspunkt für Vertiefung. Lernen orientiert sich an Sinn, Zusammenhang und Interesse – nicht an einem starren Plan.

Diese Form des Lernens passt zu unserem Familienleben unterwegs. Sie ist flexibler, nachhaltiger und vor allem: stimmiger und intensiver.

 

Orientierung statt fertiger Antworten

Unser Weg zum Worldschooling war kein geradliniger.
Er war geprägt von Fragen, Unsicherheiten und dem Wunsch, es gut zu machen – trotz Erfahrung, trotz Wissen, trotz beruflicher Nähe zum Thema Bildung.

Genau aus dieser Kombination aus pädagogischer Praxis und persönlichem Erleben sind die Texte entstanden, die wir heute mit euch teilen.

Wenn ihr euch gerade selbst mit Lernen auf Reisen beschäftigt, haben wir zwei Angebote für euch:

 

Profitiere von unserer Erfahrung

Wir haben für euch den kostenlosen Guide „5 Denkfehler über Lernen auf Reisen“ zusammengestellt. Ein kurzer Guide für Eltern, die sich reflektiert mit Lernen (nicht nur) unterwegs auseinandersetzen möchten,

👉 Hier kannst du diesen Ratgeber kostenlos herunterladen

 

Wenn ihr mehr über das Konzept des Worldschooling erfahren möchtet, empfehlen wir euch unser eBook 👉Lernen unterwegs - Worldschooling als bewusster Weg für Reisefamilien.

63 Seiten voller Inspiration für Reisefamilien und Bildungsneudenker. (Mit dem Code WELTREISE5 erhaltet ihr 5 € Rabatt auf den Verkaufspreis!)

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Irene und Sebastian

Unser Weg zum Worldschooling – Teil 4

Was wir anderen Familien rückblickend mitgeben würden

Wenn wir auf unseren bisherigen Weg zurückblicken, sehen wir keine klare Linie, keinen perfekten Plan und keinen Moment, in dem plötzlich alles richtig war. Was wir sehen, sind viele Gespräche, Zweifel, immer wieder Korrekturen und viele kleine Entscheidungen, die sich erst im Rückblick als stimmig erwiesen haben.

Worldschooling war für uns kein Ziel, das wir von Anfang an angesteuert haben. Es ist vielmehr das Ergebnis eines Prozesses, in dem wir gelernt haben, genauer hinzusehen – auf unsere Kinder, auf unseren Alltag und auf uns selbst.

Mit etwas Abstand gibt es einige Gedanken, die wir Familien mitgeben würden, die gerade an einem ähnlichen Punkt stehen.

 

 

1. Der Druck kommt oft aus uns selbst

 

Die größte Belastung entstand bei uns nicht durch äußere Vorgaben, sondern durch den eigenen Anspruch. Wir wollten verantwortungsvoll sein, vorausschauend planen und mögliche Risiken minimieren. Dieser Wunsch ist nachvollziehbar – und wichtig.

Gleichzeitig haben wir unterschätzt, wie stark dieser Anspruch das Familienklima beeinflussen kann. Wenn Lernen zum dauerhaften Projekt wird, das optimiert und kontrolliert werden muss, verschiebt sich etwas. Aus Begleitung wird Steuerung. Aus Aufmerksamkeit wird Kontrolle.

Rückblickend würden wir früher unterscheiden zwischen Verantwortung und Perfektionismus. Verantwortung bedeutet, präsent zu sein und Entwicklungen wahrzunehmen. Perfektionismus bedeutet, Ergebnisse absichern zu wollen.

Der Unterschied ist größer, als wir dachten.

 

2. Lernen ist kein Wettlauf

Ein weiterer Gedanke betrifft den Vergleich mit anderen. Besonders in Zeiten sozialer Medien und gut gemeinter Gespräche entsteht schnell das Gefühl, man müsse sich positionieren: Wo stehen unsere Kinder im Vergleich zu Gleichaltrigen? Welche Inhalte sollten sie „eigentlich“ schon beherrschen?

Diese Fragen sind verständlich, führen jedoch selten zu Klarheit. Sie verlagern den Fokus von der individuellen Entwicklung hin zu äußeren Maßstäben, die oft nicht zur eigenen Situation passen.

Heute würden wir sagen: Lernen ist kein Wettlauf, und Entwicklung verläuft nicht linear. Es gibt Phasen mit sichtbaren Fortschritten und Phasen, in denen sich scheinbar wenig bewegt. Beide sind Teil eines größeren Prozesses.

3. Struktur ist hilfreich – aber sie muss passen

Wir haben gelernt, dass Struktur nicht grundsätzlich das Problem ist. Im Gegenteil: Verlässlichkeit und Orientierung sind wichtig. Entscheidend ist jedoch, ob die gewählte Struktur zu den eigenen Lebensumständen passt.

Unterwegs haben wir erfahren, dass eine Struktur, die sich gegen den Alltag stellt, kaum tragfähig ist. Eine Struktur, die aus dem Alltag heraus entsteht, hingegen schon.

Das bedeutet nicht, alles dem Zufall zu überlassen. Es bedeutet, regelmäßig innezuhalten und zu prüfen, ob das, was wir tun, für unsere Familie sinnvoll ist.

4. Unsicherheit ist kein Zeichen von Scheitern

Ein Gedanke, den wir früher gebraucht hätten, lautet: Unsicherheit gehört dazu.

Wer neue Wege geht, bewegt sich außerhalb vertrauter Sicherheiten. Zweifel sind kein Beweis dafür, dass man falsch liegt, sondern oft ein Hinweis darauf, dass man Verantwortung ernst nimmt.

Erst als wir aufhörten, Unsicherheit als Schwäche zu deuten, konnten wir sie konstruktiv nutzen. Sie wurde zu einem Anlass für Gespräche und Anpassungen – nicht für Selbstvorwürfe.

5. Vertrauen wächst durch Beobachtung

Vertrauen war für uns kein Startpunkt, sondern ein Ergebnis. Es entstand nicht durch Überzeugung, sondern durch Erfahrung. Indem wir beobachteten, wie unsere Kinder mit Situationen umgehen, wie sie Fragen entwickeln, wie sie Zusammenhänge herstellen.

Dieses Vertrauen bedeutet nicht, alles laufen zu lassen. Es bedeutet, aufmerksam zu bleiben und einzugreifen, wenn es nötig ist – ohne jeden Schritt vorab kontrollieren zu müssen.

Mit der Zeit haben wir gemerkt, dass Vertrauen nicht im Widerspruch zu Verantwortung steht, sondern deren Grundlage ist.

 

6. Es gibt keinen endgültigen Zustand

Vielleicht der wichtigste Gedanke: Es gibt keinen Punkt, an dem alles abgeschlossen ist. Lernen bleibt dynamisch. Familien verändern sich. Rahmenbedingungen verschieben sich.

Worldschooling ist für uns kein fertiges Konzept, sondern eine fortlaufende Entscheidung, die immer wieder überprüft werden darf.

Diese Offenheit hat uns entlastet. Sie erlaubt es, Wege anzupassen, ohne sie als gescheitert zu betrachten.

 

 

Ein abschließender Gedanke

 

Wenn wir heute auf unseren Weg blicken, sehen wir weniger das, was wir „richtig“ oder „falsch“ gemacht haben. Wir sehen vielmehr, dass Lernen auf Reisen dann tragfähig wird, wenn es mit dem eigenen Leben im Einklang steht.

Worldschooling ist für uns keine Antwort auf alle Fragen.
Es ist ein Rahmen, der uns erlaubt, Fragen zu stellen – und sie im Alltag zu prüfen.

Vielleicht ist genau das der Kern: nicht die perfekte Lösung zu suchen, sondern aufmerksam zu bleiben.

 

Wenn du mehr darüber erfahren willst, wie das Konzept des Worldschooling dir eine neue Sicht auf Bildung und Lernen ermöglichen kann, lies doch mal hier weiter!

 

 

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