Australien - Die Ostküste

'Heimkehr' ans andere Ende der Welt

Melbourne

Als wir nach der durchwachten Nacht endlich in Melbourne landen, sind wir müde, aber voller Vorfreude. Doch noch am Flughafen wartet die nächste Überraschung: Es ist kein Mietwagen verfügbar. Nicht einer. Absolute Leere in den Systemen sämtlicher Anbieter. Damit haben wir absolut nicht gerechnet. Der Flughafen von Melbourne ist mit regulären öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zu erreichen. Es gibt nur einen völlig überteuerten Bus-Shuttleservice.

Wir stehen da, schauen uns an - etwas resigniert. Schließlich müssen wir irgendwie in unsere nächste Unterkunft nach Beaumaris kommen, südlich von Melbourne an der Port Philip Bay. Uns bleibt also nur ein Taxi. Alternativlos, aber auch irgendwie komfortabel.

Als wir endlich nach etwas mehr als einer Stunde Fahrtzeit bei Mel und Grant ankommen, ist die Erschöpfung der vergangenen Nacht schon fast vergessen. Ihr Haus – unser nächster HomeExchange – liegt nur wenige Schritte vom Strand entfernt. Wir stellen unser Gepäck ab, gehen noch kurz hinunter ans Wasser, lassen uns den Wind um die Nase wehen – und fallen danach todmüde ins Bett.

Am nächsten Morgen wird uns erst richtig bewusst, was für ein Glück wir hier haben. Das Haus ist ein Upside-Down-House: Die Schlafzimmer unten, der lichtdurchflutete Wohnbereich oben – mit weitem Blick auf das Meer. Stilvoll eingerichtet, großzügig geschnitten, voller Bücher, Kunst und Persönlichkeit. Wir fühlen uns sofort zuhause.

HomeExchange begeistert uns jedes Mal mehr. Es ist nicht nur eine Unterkunft. Es ist Vertrauen, Großzügigkeit, ein Teilen von Lebensraum.

Mobil sind wir zunächst noch nicht – doch dank Sebastians Sixt-Platinum-Status (einer der Vorteile unserer American Express Platinum Card, die auf dieser Reise schon mehrfach Gold wert war) bekommen wir am nächsten Tag in Frankston doch noch einen komfortablen Mietwagen, inklusive kostenlosem Upgrade. Endlich wieder unabhängig.

 

 

WIEDERSEHEN NACH 18 JAHREN

Dass wir in der Bayside gelandet sind, hat einen besonderen Grund: Sebastians Familie lebt hier, nur wenige Minuten entfernt im Stadtteil Hampton.

as Wiedersehen nach mehr als 18 Jahren ist emotional. Besonders Sebastians Großonkel Robert, mittlerweile 91 Jahre alt, empfängt uns mit wachem Blick und warmem Lächeln. Drei seiner Töchter sind ebenfalls gekommen, um uns zu sehen. Geschichten von früher werden lebendig, Erinnerungen an Besuche in Australien und bei uns in Deutschland, an lange Gespräche, an gemeinsame Tage.

Wir sitzen zusammen, reden, lachen, staunen darüber, wie schnell Zeit vergeht – und wie wertvoll solche Momente sind.

Es ist einer dieser Tage, die man tief im Herzen abspeichert.

 

Mornington Peninsula – Busch, Klippen und warmes Wasser

Wir haben bewusst viel Zeit hier eingeplant. Die Port Phillip Bay und die Mornington Peninsula wollen entdeckt werden.

Unser erster Ausflug führt uns nach Cape Schanck. Der Leuchtturm thront dramatisch über der Küste, und von hier aus wandern wir entlang schroffer Klippen durch niedrigen Busch bis zur Bushrangers Bay. Der Strand ist wild, die Wellen donnern gegen die Felsen, das Meer zeigt hier seine ungezähmte Seite.

Später fahren wir nach Rosebud, wo die Bay sich von ihrer sanften Seite zeigt. Seichtes, erstaunlich warmes Wasser, kaum Wellen – perfekt zum Schwimmen. Wir bleiben bis zum Sonnenuntergang, als der Himmel sich rosa färbt und die Boote langsam in den Hafen zurückkehren.

 

Melbourne – Unsere Stadt

Am nächsten Tag zieht es uns endlich in die Stadt. Und sofort ist es wieder da: dieses Gefühl, etwas Vertrautem zu begegnen. Melbourne ist grün, weitläufig, entspannt – und gleichzeitig urban, kreativ, lebendig. Die Queen Victoria Markets, seit 1878 Herz der Stadt, sind ein lebhafter Ort mit Gewürzen, Obst, Kleidung und Souvenirs - Wir kaufen uns eine echt australische Kopfbedeckung, um für viele weitere sonnige Tage Downunder ausgerüstet zu sein. Mit der kostenlosen Tramlinie 35 umrunden wir das Zentrum, steigen aus, wo es uns gefällt.

In der State Library of Victoria stehen wir im berühmten La Trobe Reading Room, dessen Kuppel sich majestätisch über die hölzernen Lesetische spannt – ein Raum, der Wissen atmet. Ebenfalls in der Library ist dei Metallrüstung von Ned Kelly ausgestellt, jenem Schurken und Räuber, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sein Unwesen im Süden Australiens sein Unwesen trieb. 

Melbournes Chinatown wirkt auf uns nach den Monaten in Asien fast aufgeräumt. Wir essen in einem der Foodcourts, schlendern weiter zum Parliament House, zur neugotischen St. Patrick’s Cathedral, wo an diesem sonnigen Samstag Hochzeit auf Hochzeit folgt. Wir beobachten die schicken Hochzeitsgesellschaften und genießen die entspannte Stimmung.

In den Fitzroy Gardens besuchen wir Cooks Cottage – streng genommen nicht wirklich das Cottage von James Cook, sondern das Haus seiner Eltern, das 1934 aus England hierhergebracht wurde. Trotzdem: das älteste Gebäude Australiens.

Wir tauchen ein in die Street-Art-Szene der Hosier Lane, entdecken Musikgeschichte in der AC/DC Lane, schlendern über den Federation Square und stehen schließlich vor der ikonischen Flinders Street Station, deren gelbe Fassade seit über hundert Jahren ein zentraler Treffpunkt in der Stadt ist.

Von dort aus geht es voller Eindrücke mit der Frankston Line wieder zurück nach Beaumaris. Wir wissen ganz genau, warum wir Melbourne so lieben.

 

Begegnungen

Ein weiteres Wiedersehen führt uns nach Mount Martha. Hannelore aus Steinfurt verbringt die Wintermonate in ihrem australischen Haus, ihre Kinder Heike und Gary laden uns zum Lunch ein. Geschichten aus der Heimat, Erinnerungen, gemeinsames Lachen – vertraute Gesichter auf einem anderen Kontinent.

Die Gastfreundschaft, die wir in Australien erleben ist einfach umwerfend. Wir merken in dieser zweiten Hälfte unserer großen Reise immer mehr, dass es am Ende die Begegnungen sind, die uns prägen und die das eigentliche Reisen so spannend machen.

Am nächsten Tag dann mal wieder Natur und Wandern. Wir fahren in die nahe gelegenen Dandenong Ranges.

Der 1000 Steps Kokoda Walk ist kein metaphorischer Name, es sind tatsächlich annähernd 1000 Stufen zu erklimmen. Die Hinweistafeln warnen eindringlich davor, diesen Weg nur zu gehen, wenn man topfit ist. Wir steigen Stufe um Stufe durch einen Farnwald, der wie aus einer anderen Zeit wirkt – fast jurassisch. Oben angekommen belohnt uns eine fantastische Aussicht. Zurück geht es durch Eukalyptuswälder. So nah an der Großstadt – und doch völlige Stille.

Es folgt darauf wieder ein Tag in der City. Melbourne ist berühmt für Sport und Kultur. Da die Australien Open gerade vorüber sind, und das große Formel 1 - Rennen erst in 10 Tagen stattfindet, wenden wir uns der Kultur zu: Die Großen ziehen allein los, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, während wir mit Sebastians Cousine Sabine durch die National Gallery of Victoria schlendern – von altägyptischen Artefakten bis zu eleganten Kleidern von Christian Dior. Abends gehen wir mit Sabine und ihrem Verlobten Neil japanisch essen. Familie am anderen Ende der Welt – was für ein schönes Gefühl.

 

Getrennte Wege, perfekter Tag

Während Maximilian und Marlene am nächsten Tag erneut allein in die Stadt fahren, bricht der Rest der Familie Richtung Nepean Point auf.

Das alte Fort und die historische Quarantänestation erzählen von einer Zeit, in der Melbourne durch diesen schmalen Landzipfel geschützt wurde. Die Wanderung führt durch Buschland, links das ruhige, kristallklare Wasser der Bay, rechts die wilden Klippen der offenen See. Wir erkunden die verlassenen Baracken und Kanonenstellungen, beobachten Containerschiffe, die durch die schmale Öffnung der Bucht fahren und genießen den Sonnenuntergang mit Fish & Chips am Strand von Rye.

Am Abend holen wir Maximilian und Marlene vom Bahnhof ab. Für sie war es ein perfekter City-Tag, für uns ein perfekter Natur-Tag.

 

Abschied

Die restlichen Tage verbringen wir entlang der Bucht: Wir erkunden das Szene-Viertel St. Kilda, die ikonischen Beach Boxes von Brighton Beach, genießen immer wieder wunderbare Sonnenuntergänge. Direkt gegenüber vom Haus steht eine Bank – unsere Bank. Dort sitzen Irene und ich oft am Abend, schauen hinaus auf die weite Bay.

Wir lieben diesen Ort. Wir lieben diese Stadt. Wir lieben Australien.

Doch neue Abenteuer warten. Wir verabschieden uns von der Familie, schließen noch einmal die Haustür hinter uns – und fahren los.

Vor uns liegt eine der spektakulärsten Küstenstraßen der Welt: Die Great Ocean Road.

Mit dem Camper von Cairns nach Melbourne

Ein Roadtrip voller Abenteuer

Du träumst von Freiheit, atemberaubenden Landschaften und einem Hauch von Abenteuer? Dann schnapp dir einen Camper und begleite mich auf einer unvergesslichen Reise entlang der australischen Ostküste – von tropischen Regenwäldern bis hin zu pulsierenden Metropolen. Von Cairns bis Melbourne erwarten dich über 3.000 Kilometer voller magischer Momente und spektakulärer Erlebnisse. Pack deine Sachen, denn es geht los!

Start in Cairns

Tropisches Flair und das Great Barrier Reef

Dein Abenteuer beginnt in Cairns, der entspannten Stadt im Norden von Queensland. Schon beim ersten Bummel durch die Straßen spürst du die tropische Atmosphäre: Palmen säumen die Wege, und die Esplanade lädt mit ihrer Lagune zum Entspannen ein. Aber Cairns hat mehr zu bieten – vor allem eines der beeindruckendsten Naturwunder der Welt: das Great Barrier Reef.

Ein Rundflug über das Riff ist Pflicht! Aus der Vogelperspektive siehst du die Farbenpracht der Korallen und die schillernden Blautöne des Ozeans. Die schiere Größe des Riffs raubt dir den Atem. Nach diesem Erlebnis holst du deinen Camper ab – dein Zuhause auf Rädern für die nächsten Wochen. Los geht’s in Richtung Cape Tribulation!

Cape Tribulation

Wo Regenwald auf das Meer trifft

Auf der Fahrt nach Cape Tribulation durchquerst du den Daintree-Nationalpark, ein UNESCO-Weltnaturerbe. Hier erlebst du den ältesten Regenwald der Welt hautnah. Wandere über hölzerne Stege, lausche dem Zirpen der Zikaden und lass dich von der üppigen Pflanzenwelt verzaubern. Am Cape Tribulation treffen dichter Regenwald und weißer Sandstrand direkt aufeinander – ein absolut magischer Ort. Und nachts? Lass dich von den Geräuschen des Waldes in den Schlaf wiegen.

Townsville und Magnetic Island

Inselträume und bunte Unterwasserwelten

Dein nächster Stopp ist Townsville, eine charmante Küstenstadt. Von hier aus setzt du mit der Fähre über nach Magnetic Island. Auf der Insel fühlst du dich wie in einer anderen Welt. Miet dir einen knallbunten Moke (einen kleinen, offenen Inselwagen) und erkunde die malerischen Buchten und Aussichtspunkte. Halte Ausschau nach den berühmten Koalas, die in den Bäumen dösen.

Magnetic Island ist auch ein Paradies für Schnorchler. Die Unterwasserwelt entlang des Schnorchelpfades in Geoffrey Bay ist spektakulär – bunt schimmernde Korallen und neugierige Fische begleiten dich auf deinem Tauchgang. Nach diesem Inselabenteuer kehrst du mit einem breiten Lächeln auf die Fähre zurück.

Airlie Beach und die Whitsundays

Postkartenidylle pur

Die Straße führt dich weiter nach Airlie Beach, einem lebhaften Ort, der das Tor zu den Whitsunday Islands ist. Hier solltest du unbedingt eine Bootstour unternehmen! Während du durch die Inselgruppe segelst, kannst du es kaum glauben: feiner, weißer Sandstrand und türkisfarbenes Wasser – es sieht aus wie aus einem Reiseprospekt.

Ein Highlight der Tour ist der Whitehaven Beach, einer der schönsten Strände der Welt. Und wenn du schnorcheln möchtest, erwarten dich auch hier wieder farbenfrohe Korallenriffe und ein wahres Paradies unter Wasser. Airlie Beach wird dich nicht mehr so schnell loslassen!

Hervey Bay und Fraser Island

Abenteuer auf der größten Sandinsel der Welt

In Hervey Bay wartet das nächste Abenteuer: ein Tagesausflug nach Fraser Island, die größte Sandinsel der Welt. Mit einem Geländewagen erkundest du die Insel, von kristallklaren Süßwasserseen wie dem Lake McKenzie bis hin zu den goldenen Sandstränden, an denen du kilometerweit entlangfahren kannst. Auch die Maheno-Wrack-Ruine, die gestrandete Überreste eines Schiffs, erzählt hier ihre eigene Geschichte. Diese Insel ist ein echter Abenteuerspielplatz!

Sunshine Coast und Brisbane

Surfen und City-Vibes

Die Sunshine Coast macht ihrem Namen alle Ehre – die sonnenverwöhnten Strände laden dich zum Surfen, Schwimmen und Entspannen ein. Besuche den bezaubernden Ort Noosa, wo das Leben etwas langsamer verläuft und dich der Nationalpark mit atemberaubenden Küstenwegen lockt.

Von hier aus geht es weiter nach Brisbane, der Hauptstadt von Queensland. Die Stadt ist modern, lebendig und vielseitig. Genieße einen Spaziergang entlang der South Bank, einem grünen Stadtviertel mit Gärten, Restaurants und einem künstlichen Strand. Brisbane ist ein Ort, an dem sich die Großstadt und die Natur die Hand reichen.

Gold Coast und Byron Bay

Surfer-Paradies und Walbeobachtungen

Nur eine Stunde südlich von Brisbane liegt die Gold Coast – ein Paradies für Surfer. Die Wolkenkratzer von Surfers Paradise, die goldenen Strände und das aufregende Nachtleben machen diesen Ort zu einem Hotspot für Abenteurer.

Weiter südlich erreichst du Byron Bay, wo die Atmosphäre entspannter wird. Die Hippie-Metropole Australiens ist bekannt für ihre alternative Szene und die atemberaubende Natur. Der Leuchtturm am Cape Byron ist der östlichste Punkt Australiens – ein großartiger Ort, um Pottwale direkt von der Küste aus zu beobachten. Dieses Erlebnis wirst du nie vergessen.

Sydney

Die Perle Australiens entdecken

Sydney, die größte Stadt Australiens, begeistert mit einer Mischung aus urbanem Flair, traumhaften Stränden und beeindruckender Natur. Egal, ob du die weltberühmte Oper bestaunst, durch das historische Viertel The Rocks schlenderst oder an den Stränden von Bondi oder Manly entspannst – Sydney hat für jeden etwas zu bieten.

Sehenswürdigkeiten, die du nicht verpassen solltest

Ein absolutes Highlight ist natürlich das Sydney Opera House, eines der bekanntesten Wahrzeichen der Welt. Direkt daneben erstreckt sich die Harbour Bridge, die du entweder überqueren oder bei einer geführten Klettertour erklimmen kannst – mit spektakulärem Blick auf den Hafen!

Für alle, die Natur lieben, bietet sich ein Besuch im Royal Botanic Garden an, eine grüne Oase mitten in der Stadt. Ein besonderer Aussichtspunkt ist Mrs. Macquarie’s Chair, eine in Stein gemeißelte Bank, die einen atemberaubenden Blick auf das Opernhaus und die Harbour Bridge bietet – perfekt für Fotos, besonders zum Sonnenuntergang.

Strände und Outdoor-Erlebnisse

Sydney ist ein Paradies für Strandliebhaber. Der berühmte Bondi Beach lädt zum Surfen und Sonnenbaden ein, während der malerische Coogee Walk fantastische Ausblicke auf die Küste bietet. Wer es ruhiger mag, findet in Manly Beach oder Watsons Bay perfekte Plätze zum Entspannen.

Kulinarik & Nightlife

Von trendigen Cafés in Surry Hills bis hin zu erstklassigen Restaurants am Darling Harbour – Sydney verwöhnt Feinschmecker mit frischen Meeresfrüchten und internationaler Küche. Am Abend locken angesagte Rooftop-Bars und gemütliche Pubs, die das Stadtleben perfekt abrunden.

Sydney ist eine Stadt, die begeistert – mit ihrer Vielfalt, Schönheit und entspannten Lebensart. Wer Australien besucht, sollte sich dieses Juwel nicht entgehen lassen!

Canberra und Bittangabee Bay

Von der Hauptstadt in die Wildnis

Nach der lebhaften Metropole steht ein Besuch in Canberra, der Hauptstadt Australiens, an. Die Stadt ist ruhig, geordnet und bietet viele interessante Museen und Galerien. Besonders sehenswert ist das Australische Kriegsmuseum sowie das Parlament.

Danach wird es wieder wild: Die Bittangabee Bay im Ben-Boyd-Nationalpark bietet dir abgelegene Strände und atemberaubende Natur. Ein idealer Ort, um für ein oder zwei Tage den Alltag hinter dir zu lassen und die Ruhe zu genießen.

Wilsons Promontory

Australiens wilde Seite

„The Prom“, wie die Einheimischen Wilsons Promontory nennen, ist ein Highlight auf dem Weg nach Melbourne. Der Nationalpark begeistert mit spektakulären Wanderwegen, einsamen Stränden und einer reichen Tierwelt. Vielleicht entdeckst du Wombats oder Kängurus auf deiner Tour! Ein besonders schöner Ort ist der Squeaky Beach, dessen Sand unter deinen Füßen quietscht.

Fazit: Ein Roadtrip, der dich für immer verändert

Ein Roadtrip von Cairns nach Melbourne ist mehr als nur eine Reise – es ist eine Erfahrung, die dich bereichert und dich die Schönheit Australiens hautnah erleben lässt. Von tropischen Regenwäldern über endlose Strände bis hin zu pulsierenden Städten bietet diese Route alles, was dein Herz begehrt. Also, worauf wartest du? Dein Camper steht bereit, und das Abenteuer wartet auf dich!

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'Heimkehr' ans andere Ende der Welt

Melbourne

Als wir nach der durchwachten Nacht endlich in Melbourne landen, sind wir müde, aber voller Vorfreude. Doch noch am Flughafen wartet die nächste Überraschung: Es ist kein Mietwagen verfügbar. Nicht einer. Absolute Leere in den Systemen sämtlicher Anbieter. Damit haben wir absolut nicht gerechnet. Der Flughafen von Melbourne ist mit regulären öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zu erreichen. Es gibt nur einen völlig überteuerten Bus-Shuttleservice.

Wir stehen da, schauen uns an - etwas resigniert. Schließlich müssen wir irgendwie in unsere nächste Unterkunft nach Beaumaris kommen, südlich von Melbourne an der Port Philip Bay. Uns bleibt also nur ein Taxi. Alternativlos, aber auch irgendwie komfortabel.

Als wir endlich nach etwas mehr als einer Stunde Fahrtzeit bei Mel und Grant ankommen, ist die Erschöpfung der vergangenen Nacht schon fast vergessen. Ihr Haus – unser nächster HomeExchange – liegt nur wenige Schritte vom Strand entfernt. Wir stellen unser Gepäck ab, gehen noch kurz hinunter ans Wasser, lassen uns den Wind um die Nase wehen – und fallen danach todmüde ins Bett.

Am nächsten Morgen wird uns erst richtig bewusst, was für ein Glück wir hier haben. Das Haus ist ein Upside-Down-House: Die Schlafzimmer unten, der lichtdurchflutete Wohnbereich oben – mit weitem Blick auf das Meer. Stilvoll eingerichtet, großzügig geschnitten, voller Bücher, Kunst und Persönlichkeit. Wir fühlen uns sofort zuhause.

HomeExchange begeistert uns jedes Mal mehr. Es ist nicht nur eine Unterkunft. Es ist Vertrauen, Großzügigkeit, ein Teilen von Lebensraum.

Mobil sind wir zunächst noch nicht – doch dank Sebastians Sixt-Platinum-Status (einer der Vorteile unserer American Express Platinum Card, die auf dieser Reise schon mehrfach Gold wert war) bekommen wir am nächsten Tag in Frankston doch noch einen komfortablen Mietwagen, inklusive kostenlosem Upgrade. Endlich wieder unabhängig.

 

 

WIEDERSEHEN NACH 18 JAHREN

Dass wir in der Bayside gelandet sind, hat einen besonderen Grund: Sebastians Familie lebt hier, nur wenige Minuten entfernt im Stadtteil Hampton.

as Wiedersehen nach mehr als 18 Jahren ist emotional. Besonders Sebastians Großonkel Robert, mittlerweile 91 Jahre alt, empfängt uns mit wachem Blick und warmem Lächeln. Drei seiner Töchter sind ebenfalls gekommen, um uns zu sehen. Geschichten von früher werden lebendig, Erinnerungen an Besuche in Australien und bei uns in Deutschland, an lange Gespräche, an gemeinsame Tage.

Wir sitzen zusammen, reden, lachen, staunen darüber, wie schnell Zeit vergeht – und wie wertvoll solche Momente sind.

Es ist einer dieser Tage, die man tief im Herzen abspeichert.

 

Mornington Peninsula – Busch, Klippen und warmes Wasser

Wir haben bewusst viel Zeit hier eingeplant. Die Port Phillip Bay und die Mornington Peninsula wollen entdeckt werden.

Unser erster Ausflug führt uns nach Cape Schanck. Der Leuchtturm thront dramatisch über der Küste, und von hier aus wandern wir entlang schroffer Klippen durch niedrigen Busch bis zur Bushrangers Bay. Der Strand ist wild, die Wellen donnern gegen die Felsen, das Meer zeigt hier seine ungezähmte Seite.

Später fahren wir nach Rosebud, wo die Bay sich von ihrer sanften Seite zeigt. Seichtes, erstaunlich warmes Wasser, kaum Wellen – perfekt zum Schwimmen. Wir bleiben bis zum Sonnenuntergang, als der Himmel sich rosa färbt und die Boote langsam in den Hafen zurückkehren.

 

Melbourne – Unsere Stadt

Am nächsten Tag zieht es uns endlich in die Stadt. Und sofort ist es wieder da: dieses Gefühl, etwas Vertrautem zu begegnen. Melbourne ist grün, weitläufig, entspannt – und gleichzeitig urban, kreativ, lebendig. Die Queen Victoria Markets, seit 1878 Herz der Stadt, sind ein lebhafter Ort mit Gewürzen, Obst, Kleidung und Souvenirs - Wir kaufen uns eine echt australische Kopfbedeckung, um für viele weitere sonnige Tage Downunder ausgerüstet zu sein. Mit der kostenlosen Tramlinie 35 umrunden wir das Zentrum, steigen aus, wo es uns gefällt.

In der State Library of Victoria stehen wir im berühmten La Trobe Reading Room, dessen Kuppel sich majestätisch über die hölzernen Lesetische spannt – ein Raum, der Wissen atmet. Ebenfalls in der Library ist dei Metallrüstung von Ned Kelly ausgestellt, jenem Schurken und Räuber, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sein Unwesen im Süden Australiens sein Unwesen trieb. 

Melbournes Chinatown wirkt auf uns nach den Monaten in Asien fast aufgeräumt. Wir essen in einem der Foodcourts, schlendern weiter zum Parliament House, zur neugotischen St. Patrick’s Cathedral, wo an diesem sonnigen Samstag Hochzeit auf Hochzeit folgt. Wir beobachten die schicken Hochzeitsgesellschaften und genießen die entspannte Stimmung.

In den Fitzroy Gardens besuchen wir Cooks Cottage – streng genommen nicht wirklich das Cottage von James Cook, sondern das Haus seiner Eltern, das 1934 aus England hierhergebracht wurde. Trotzdem: das älteste Gebäude Australiens.

Wir tauchen ein in die Street-Art-Szene der Hosier Lane, entdecken Musikgeschichte in der AC/DC Lane, schlendern über den Federation Square und stehen schließlich vor der ikonischen Flinders Street Station, deren gelbe Fassade seit über hundert Jahren ein zentraler Treffpunkt in der Stadt ist.

Von dort aus geht es voller Eindrücke mit der Frankston Line wieder zurück nach Beaumaris. Wir wissen ganz genau, warum wir Melbourne so lieben.

 

Begegnungen

Ein weiteres Wiedersehen führt uns nach Mount Martha. Hannelore aus Steinfurt verbringt die Wintermonate in ihrem australischen Haus, ihre Kinder Heike und Gary laden uns zum Lunch ein. Geschichten aus der Heimat, Erinnerungen, gemeinsames Lachen – vertraute Gesichter auf einem anderen Kontinent.

Die Gastfreundschaft, die wir in Australien erleben ist einfach umwerfend. Wir merken in dieser zweiten Hälfte unserer großen Reise immer mehr, dass es am Ende die Begegnungen sind, die uns prägen und die das eigentliche Reisen so spannend machen.

Am nächsten Tag dann mal wieder Natur und Wandern. Wir fahren in die nahe gelegenen Dandenong Ranges.

Der 1000 Steps Kokoda Walk ist kein metaphorischer Name, es sind tatsächlich annähernd 1000 Stufen zu erklimmen. Die Hinweistafeln warnen eindringlich davor, diesen Weg nur zu gehen, wenn man topfit ist. Wir steigen Stufe um Stufe durch einen Farnwald, der wie aus einer anderen Zeit wirkt – fast jurassisch. Oben angekommen belohnt uns eine fantastische Aussicht. Zurück geht es durch Eukalyptuswälder. So nah an der Großstadt – und doch völlige Stille.

Es folgt darauf wieder ein Tag in der City. Melbourne ist berühmt für Sport und Kultur. Da die Australien Open gerade vorüber sind, und das große Formel 1 - Rennen erst in 10 Tagen stattfindet, wenden wir uns der Kultur zu: Die Großen ziehen allein los, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, während wir mit Sebastians Cousine Sabine durch die National Gallery of Victoria schlendern – von altägyptischen Artefakten bis zu eleganten Kleidern von Christian Dior. Abends gehen wir mit Sabine und ihrem Verlobten Neil japanisch essen. Familie am anderen Ende der Welt – was für ein schönes Gefühl.

 

Getrennte Wege, perfekter Tag

Während Maximilian und Marlene am nächsten Tag erneut allein in die Stadt fahren, bricht der Rest der Familie Richtung Nepean Point auf.

Das alte Fort und die historische Quarantänestation erzählen von einer Zeit, in der Melbourne durch diesen schmalen Landzipfel geschützt wurde. Die Wanderung führt durch Buschland, links das ruhige, kristallklare Wasser der Bay, rechts die wilden Klippen der offenen See. Wir erkunden die verlassenen Baracken und Kanonenstellungen, beobachten Containerschiffe, die durch die schmale Öffnung der Bucht fahren und genießen den Sonnenuntergang mit Fish & Chips am Strand von Rye.

Am Abend holen wir Maximilian und Marlene vom Bahnhof ab. Für sie war es ein perfekter City-Tag, für uns ein perfekter Natur-Tag.

 

Abschied

Die restlichen Tage verbringen wir entlang der Bucht: Wir erkunden das Szene-Viertel St. Kilda, die ikonischen Beach Boxes von Brighton Beach, genießen immer wieder wunderbare Sonnenuntergänge. Direkt gegenüber vom Haus steht eine Bank – unsere Bank. Dort sitzen Irene und ich oft am Abend, schauen hinaus auf die weite Bay.

Wir lieben diesen Ort. Wir lieben diese Stadt. Wir lieben Australien.

Doch neue Abenteuer warten. Wir verabschieden uns von der Familie, schließen noch einmal die Haustür hinter uns – und fahren los.

Vor uns liegt eine der spektakulärsten Küstenstraßen der Welt: Die Great Ocean Road.