Australien - Die Ostküste

Farmleben in Australien

Zu Gast bei Farmern in Victoria

Vor einigen Wochen im Kalbarri Nationalpark in Western Australia, haben wir Diane und Andrew kennengelernt. Es war eine dieser typischen australischen Begegnungen: Mitten im Outback, auf einer Wanderung, trifft man andere Menschen, kommt ins Gespräch, tauscht ein paar Nettigkeiten und gute Wünsche aus – und geht anschließend wieder seiner Wege.

Doch dieses Gespräch nahm eine unerwartete Wendung.

Wir erzählten den beiden von unserer Reise, von der Idee, mit unseren Kindern ein Jahr lang die Welt zu erkunden. Diane und Andrew hörten aufmerksam zu und waren sichtlich begeistert. Und dann erzählten sie, dass sie eine große Getreidefarm auf halber Strecke zwischen Adelaide und Melbourne besitzen. Wenn wir auf unserer Reise dort vorbeikämen, seien wir herzlich eingeladen, sie zu besuchen.

Im ersten Moment lehnten wir dankend ab. Nhill, wo die Farm liegt, schien uns doch ziemlich weit weg von unserer geplanten Route. Doch als wir uns später noch einmal auf dem Parkplatz begegneten, dachten wir: Vielleicht ist es doch sinnvoll, zumindest die Telefonnummern auszutauschen.

Also taten wir genau das – tauschten Nummern aus und verabschiedeten uns.

Einige Wochen später, als wir in dem wunderschönen Haus in Beaumaris an der Port Philip Bay wohnten und unsere weitere Route planten, ging uns der Gedanke, Diane und Andrew zu besuchen, nicht mehr aus dem Kopf. Nhill ließ sich erstaunlich gut mit unserer Strecke über die Great Ocean Road und durch den Grampians Nationalpark verbinden.

Trotzdem fühlte es sich ein wenig seltsam an, wildfremde Menschen anzurufen und zu fragen, ob ihr Angebot wirklich ernst gemeint war.

Wir taten es trotzdem.

Und ja – es war absolut ernst gemeint.

Ankunft auf der Farm

Nach unserer Tour über die Great Ocean Road und durch die Grampians machen wir uns also auf den Weg in das kleine Dorf Nhill, ganz im Westen des australischen Bundesstaates Victoria.

Durch endlose Weizenfelder und über kilometerlange Schotterpisten nähern wir uns der Farm von Diane und Andrew. Ihre Vorfahren waren Anfang des 19. Jahrhunderts aus Mecklenburg ausgewandert, um ihr Glück in Australien zu suchen. Seitdem befindet sich die Farm im Familienbesitz. - Irene erinnert sich, dass auch einer ihrer Vorfahren den Namen Koop hatte und aus Nordostdeutschland kam. Wer weiß - vielleicht sind wir ja sogar mit Diane und Andrew verwandt.

Schon von Weitem sehen wir das Farmhaus: ein wunderschönes, mehr als 100 Jahre altes Haus mit einer großen Veranda und einem üppigen Garten. Es wirkt fast wie eine kleine grüne Oase mitten in der weiten Landschaft.

Als wir ankommen, empfängt uns Diane herzlich. Sie zeigt uns unsere Schlafzimmer, und wenig später sitzen wir mit einer Erfrischung auf der Veranda und tauschen Reisegeschichten aus. Diane und Andrew sind selbst schon viel herumgekommen, so dass wir uns über Orte auf der ganzen Welt unterhalten können.

Am Abend kommt auch Andrew von der Farmarbeit nach Hause.

Natürlich werfen wir den Grill an und machen ein klassisches australisches BBQ. Der Tag klingt bei guten Gesprächen und unter einem riesigen Sternenhimmel aus.

 

Ein Tag auf der Getreidefarm

Der nächste Tag steht ganz im Zeichen des Farmlebens. Andrew führt uns morgens zuerst durch die Scheunen und Schuppen der Farm.

Es ist beginnender Herbst in Australien. Die Felder sind bereits abgeerntet und müssen nun gedüngt werden.

Zuerst fahren wir zu einigen großen Scheunen, die das operative Herz der Farm bilden. Dort befüllen wir einen Lastwagen mit Dünger.

Auf dem Feld, das wir bearbeiten möchten, wartet bereits Will, der Sohn von Diane und Andrew. Die beiden sind glücklich, dass er die Farm übernehmen wird. Er steht neben einem beeindruckenden Gespann: ein riesiger Traktor mit dreifach bereiften Rädern, der eine Maschine mit über 40 Metern Spannweite zieht.

Doch bevor es losgeht, muss der Traktor noch betankt werden.

Also hängen wir ein 2.000-Liter-Dieselfass an den Ute. Andrew fährt den Truck, Sebastian und Maximilian fahren mit dem Ute hinterher. Mit etwa 80 km/h über die Sand- und Schotterpisten zu fahren macht erstaunlich viel Spaß – auch wenn es dabei gewaltig staubt.

Erst nach etwa zwanzig Minuten erreichen wir das Feld.

Der Dünger wird umgefüllt, der Traktor betankt – und dann beginnt die eigentliche Arbeit. Vollständig GPS-gesteuert zieht das gewaltige Gespann seine Bahnen über die gigantische Fläche.

Die Dimensionen sind für uns kaum vorstellbar. Diane und Andrew bewirtschaften mehr als 10.000 Hektar Land. (Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Bauernhof im Münsterland hat etwa 30 bis 40 Hektar).

Hier draußen lernt man Geduld.

Früher hatten die beiden auch noch Schafe, die sie aber vor kurzem verkauft haben. Sie möchten kürzer treten, mehr reisen. Will steigt gerade wieder ins Schafgeschäft ein und hat erst kürzlich eine kleine Herde Lämmer gekauft.

Nach einigen Stunden auf dem Feld lassen wir Will weiterarbeiten und machen noch eine ausgedehnte Runde über die Farm. Über abenteuerliche 4WD-Tracks fahren wir mit zwei Utes quer über das Farmland bis zum Lake Hindmarsh, der zu dieser Jahreszeit allerdings komplett ausgetrocknet ist.

Für uns ist es ein beeindruckendes Erlebnis. Diese Dimensionen von Land und Maschinerie sind kaum vorstellbar.

Völlig erschöpft und voller Eindrücke fallen wir abends ins Bett.

 

Ein Abend im Victoria Hotel in Dimboola

Am nächsten Morgen schlafen wir erst einmal aus und starten ganz gemächlich in den Tag. Während Andrew bereits wieder auf der Farm arbeitet, unterhalten wir uns mit Diane auf der Veranda.

Am Abend fahren wir gemeinsam ins 50 km entfernte Dimboola. Dimboola ist das nächstgelegene Dorf, wir haben einen Tisch für das Abendessen im Victoria Hotel reserviert.

Dieses mehr als 100 Jahre alte Hotel, das sich immer noch ganz im viktorianischen Stil präsentiert, ist so etwas wie das soziale Zentrum der Farmer aus der ganzen Umgebung: Dunkle Holzpaneele an den Wänden, stilvolles Interieur, Gemälde - und natürlich eine ordentliche Bar und ein gutes Restaurant.

Diane hat Freunde eingeladen – ebenfalls Farmer, ebenfalls reiselustige Menschen. Bei gutem Essen und einem Pint Bier entstehen schnell lebhafte Gespräche über Reisen, Landwirtschaft und das unterschiedliche Leben auf zwei Kontinenten.

Es sind spannende Tage, die uns mitten hineinführen in das Leben auf einer australischen Getreidefarm.

Am nächsten Morgen heißt es Abschied nehmen von Diane und Andrew und ihrer Farm.

Natürlich laden wir die beiden ein, uns irgendwann im Münsterland zu besuchen. Dann wollen wir ihnen zeigen, wie Landwirtschaft bei uns funktioniert. - Ein Stück interkultureller Austausch auf dem Land.

 

Weiter nach Wedderburn – zur Schaffarm

Vor uns liegt nun ein weiterer Ort, von dessen Existenz wohl selbst viele Australier nichts wissen.

Wir fahren nach Wedderburn Junction, 220 km weiter östlich in Victoria.

Als wir uns mit Sabine und ihrem Verlobten Neil in Melbourne getroffen hatten, erzählte Neil, dass seine Schwester Karen gemeinsam mit ihrem Mann Geoff eine Schaffarm betreibt, die seit Generationen im Familienbesitz ist. Wenn wir möchten, könnten wir sie dort besuchen.

Erneut fragten wir also Menschen, die wir noch nie zuvor getroffen haben, ob wir bei ihnen wohnen können. Karen, mit ihrem ruhigen Wesen und ihrer warmen Art, lädt uns tatsächlich ein. Wir können bleiben, so lange wir wollen.

Für uns ist das eine wunderbare Gelegenheit, neben dem Getreidefarming nun auch das Schaffarming kennenzulernen.

 

Goldrausch in Wedderburn

Wedderburn liegt mitten in den australischen Goldfields von Victoria.

Als wir ankommen, findet gerade das Wedderburn Detector Jamboree, ein großes Goldsucher-Festival statt. Goldgräber, Sondengänger und Goldwäscher treffen sich auf dem örtlichen Campground und tauschen Erfahrungen aus.

Noch immer gibt es Gold zu finden in dieser Gegend.

Bei einem Wettbewerb im Goldwaschen staunen unsere Kinder nicht schlecht, als tatsächlich kleine Goldflocken aus dem Sand herausgewaschen werden.

Der Goldrausch in Wedderburn begann bereits 1852. Und noch 1980 wurde hier einer der berühmtesten Goldnuggets Australiens gefunden: die Hand of Faith, ein Nugget mit mehr als 27 Kilogramm Gewicht.

Nicht jeder hatte freilich Glück im Goldsuchen. Wer damals kein Gold fand, destillierte Eukalyptusöl und verkaufte es. Bis heute ist die Gegend berühmt für ihr hochwertiges Eukalyptusöl, das für alle möglichen Anwendungsgebiete taugt: von Fleckentferner bis zum Erkältungsmittel.

Wir sind froh, dass wir einen Wagen mit Allradantrieb haben. Mit unserem 4WD erkunden wir die holprigen Tracks rund um Wedderburn. Überall entdecken wir verlassene Schächte der Goldgräber und Ruinen alter Eukalyptus-Destillerien, die von der Geschichte dieses Ortes erzählen.

Ein Tagesausflug führt uns nach Bendigo, wo auch heute noch Gold abgebaut wird. In der Central Deborah Mine fahren wir mit einem Förderkorb tief in einen Schacht ein und erleben eine faszinierende Führung durch den harten Alltag unter Tage.

 

Anschließend versuchen wir selbst unser Glück beim Goldwaschen – und tatsächlich finden wir ein paar winzige Goldpartikel.

Eureka!

 

Mit Geoff über die Farm

Natürlich wollen Karen und ihr Mann Geoff uns ihre Farm zeigen. Wir springen also neben Belle, dem Hirtenhund auf die Ladefläche von Geoffs altem Ute und los geht’s. Geoff erzählt Geschichten aus seinem Leben, in einem breiten und derben australischen Slang, an den wir uns erst einmal gewöhnen müssen.

Sein Farmland ist wunderschön gelegen: sanfte Hügel, viele Bäume, kleine Creeks und weite Weiden am Fuße des Mount Korong.

Auch seine Farm ist riesig: Fast zwei Stunden lang fahren wir über sein Land.

Irgendwann zeigt er uns einen Hügel mit lichtem Eukalyptuswald, der ihm gehört. Dort befindet sich ein Goldfeld. Immer wieder dringen Glücksritter illegal auf sein Land ein, um mit Metalldetektoren und Hacken nach Gold zu graben.

Noch während Geoff uns davon erzählt, passiert es: Der Wagen stoppt abrupt und kippt plötzlich zur Seite. Ein Hinterrad hängt in der Luft.

Wir sind mit in einen illegal gegrabenen Schacht geraten und stecken geblieben.

Mit einem beherzten Sprung retten wir uns von der Ladefläche. Zum Glück ist Karen erreichbar. Sie kommt mit dem Traktor und zieht uns mit einer schweren Kette wieder heraus.

Nach diesem Erlebnis fangen wir erst einmal ein paar Flusskrebse aus dem Teich hinter dem Haus.

Später fährt Geoff mit Irene und Sebastian noch einmal hinaus auf die Weiden. Er hat seine Flinte dabei und möchte ein paar Kängurus schießen.

Es zeigen sich aber nur drei große Exemplare ziemlich weit entfernt – zu weit für einen sicheren Schuss. Die Tiere haben Glück.

Stattdessen fahren wir weiter über die Felder in einen spektakulären Sonnenuntergang.

 

Golfplatzpflege auf australisch

Mit Geoff gibt es immer etwas zu erleben.

Er ist Präsident des Wedderburn Golf Club, und am Sonntag steht Platzpflege auf dem Programm. Der Platz ist aufgrund der Trockenheit nur im Winter bespielbar. Die Saison beginnt zu Ostern, und bis dahin muss der 18-Loch-Platz vorbereitet werden.

Unsere Aufgabe ist es, die Greens zu säubern. Die Greens sind allerdings nicht grün – sie bestehen aus dunklem Sand, der mit einer von Geoffs Kumpel konstruierten bizarren Maschine gesiebt wird.

Australien ist eben anders.

 

Ein Tag im Shearing Shed

Während unserer Tage auf der Farm kommen die Scherer zum Crutching. Dabei werden die Hinterteile der Schafe geschoren, damit das Lammen leichter fällt und sich keine Fliegen dort einnisten. Karen und Geoff besitzen mehr als 1.400 Schafe, zumeist Merinos. Es liegt also ein ordentliches Stück Arbeit vor uns.

Früh am Morgen fahren Geoff, Maximilian und Sebastian zum Shearing Shed, den Karen und Geoff selbst gebaut haben. Bevor die Scherer kommen, wollen wir noch die Lämmer kastrieren.

Für uns, die wir noch nie mit Schafen gearbeitet haben, ist das zunächst ungewohnt. Wir müssen die Lämmer, die etwas 6 Monate alt sind, zusammentreiben, fangen, auf den Rücken legen und dann mit einem sehr engen Ring versehen. Harte Arbeit, denn mit ihren 6 Monaten sind die Lämmer bereits ziemlich stark und wiegen bereits über 30 kg.

Als die Scherer kommen, beginnt die Arbeit im Akkord: Wir treiben die Herden nacheinander über eine Rampe in den Shearing Shed. Dabei hilft uns Belle, der treue Hirtenhund. Dann treiben wir die Schafe in die Stände hinter den Scherplätzen.

Die Scherer holen sich ein Schaf nach dem anderen, scheren es in atemberaubendem Tempo und lassen es anschließend über eine Rampe wieder hinaus auf die Weide.

Wir stinken, sind von oben bis unten dreckig und voller Staub, aber diese Arbeit macht Spaß! Am Ende des Tages, treiben wir die Herden wieder auf ihre Felder. Der Weg, den wir mit den Schafen zurücklegen, ist mehrere Kilometer lang. Sanfte Hügel, vereinzelte Bäume, goldenes Licht.  

Die Sonne steht tief, und eine gewaltige Herde Schafe durch diese schon fast toskanisch anmutende wunderschöne Landschaft in den Sonnenuntergang zu treiben, ist einer der schönsten Momente der Reise.

Es gibt immer etwas zu tun, und meistens beginnt alles mit einer abenteuerlichen Fahrt im Ute über endlose Weiden.

Ein Hammel bereitet Geoff Probleme. Er büchst immer wieder aus und ist nur schwer kontrollierbar. Geoff hat bereits mehrfach versucht, ihn einzufangen, doch allein ist es ihm nicht geglückt. Also versuchen Geoff, Maximilian und Sebastian es nun gemeinsam.

Als wir ihn auf einer weit entfernten Weide entdecken, trennen wir ihn von der Herde Mit der Hilfe von Belle, dem treuen Hirtenhund, treiben wir den Hammel in die Enge. Belle befolgt Geoffs Anweisungen präzise und konzentriert. Nach einer Weile gibt es für den gewaltigen Hammel kein Entkommen mehr. Doch was jetzt? Beherzt packt Sebastian das fast 200 kg schwere Tier am Hals, schwingt sich auf seinen Rücken und reitet auf dem Hammel, bis er erschöpft aufgibt. Wir legen ihn mit vereinten Kräften auf den Rücken, fesseln ihn und wuchten ihn zu Dritt auf den Anhänger, um ihn auf eine sichere Weide beim Shearing Shed zu bringen. Einfacher gesagt als getan. Denn auf der Weide angekommen, lösen wir die Fesseln und der Hammel büchst erneut aus, rammt Geoff mit dem Kopf in den Bauch, so dass Geoff schmerzhaft auf dem Rücken landet. Ein cleveres Tier.

Als wir den Hammel mit einiger Mühe endlich auf die Weide getrieben haben, steht der Entschluss: Geoff wird das Tier, das ständig Ärger macht, wohl verkaufen.

Nur schwer können wir uns von diesem Leben als Schaffarmer lösen. Karen und Geoff haben zwar zwei Söhne, aber keiner von ihnen möchte die Farm übernehmen. Als wir uns verabschieden, sagen wir - vielleicht sogar ein bisschen ernst gemeint - die beiden sollen sich bei uns melden, wenn sie die Farm einmal verkaufen wollen...

Mit dem Camper von Cairns nach Melbourne

Ein Roadtrip voller Abenteuer

Du träumst von Freiheit, atemberaubenden Landschaften und einem Hauch von Abenteuer? Dann schnapp dir einen Camper und begleite mich auf einer unvergesslichen Reise entlang der australischen Ostküste – von tropischen Regenwäldern bis hin zu pulsierenden Metropolen. Von Cairns bis Melbourne erwarten dich über 3.000 Kilometer voller magischer Momente und spektakulärer Erlebnisse. Pack deine Sachen, denn es geht los!

Start in Cairns

Tropisches Flair und das Great Barrier Reef

Dein Abenteuer beginnt in Cairns, der entspannten Stadt im Norden von Queensland. Schon beim ersten Bummel durch die Straßen spürst du die tropische Atmosphäre: Palmen säumen die Wege, und die Esplanade lädt mit ihrer Lagune zum Entspannen ein. Aber Cairns hat mehr zu bieten – vor allem eines der beeindruckendsten Naturwunder der Welt: das Great Barrier Reef.

Ein Rundflug über das Riff ist Pflicht! Aus der Vogelperspektive siehst du die Farbenpracht der Korallen und die schillernden Blautöne des Ozeans. Die schiere Größe des Riffs raubt dir den Atem. Nach diesem Erlebnis holst du deinen Camper ab – dein Zuhause auf Rädern für die nächsten Wochen. Los geht’s in Richtung Cape Tribulation!

Cape Tribulation

Wo Regenwald auf das Meer trifft

Auf der Fahrt nach Cape Tribulation durchquerst du den Daintree-Nationalpark, ein UNESCO-Weltnaturerbe. Hier erlebst du den ältesten Regenwald der Welt hautnah. Wandere über hölzerne Stege, lausche dem Zirpen der Zikaden und lass dich von der üppigen Pflanzenwelt verzaubern. Am Cape Tribulation treffen dichter Regenwald und weißer Sandstrand direkt aufeinander – ein absolut magischer Ort. Und nachts? Lass dich von den Geräuschen des Waldes in den Schlaf wiegen.

Townsville und Magnetic Island

Inselträume und bunte Unterwasserwelten

Dein nächster Stopp ist Townsville, eine charmante Küstenstadt. Von hier aus setzt du mit der Fähre über nach Magnetic Island. Auf der Insel fühlst du dich wie in einer anderen Welt. Miet dir einen knallbunten Moke (einen kleinen, offenen Inselwagen) und erkunde die malerischen Buchten und Aussichtspunkte. Halte Ausschau nach den berühmten Koalas, die in den Bäumen dösen.

Magnetic Island ist auch ein Paradies für Schnorchler. Die Unterwasserwelt entlang des Schnorchelpfades in Geoffrey Bay ist spektakulär – bunt schimmernde Korallen und neugierige Fische begleiten dich auf deinem Tauchgang. Nach diesem Inselabenteuer kehrst du mit einem breiten Lächeln auf die Fähre zurück.

Airlie Beach und die Whitsundays

Postkartenidylle pur

Die Straße führt dich weiter nach Airlie Beach, einem lebhaften Ort, der das Tor zu den Whitsunday Islands ist. Hier solltest du unbedingt eine Bootstour unternehmen! Während du durch die Inselgruppe segelst, kannst du es kaum glauben: feiner, weißer Sandstrand und türkisfarbenes Wasser – es sieht aus wie aus einem Reiseprospekt.

Ein Highlight der Tour ist der Whitehaven Beach, einer der schönsten Strände der Welt. Und wenn du schnorcheln möchtest, erwarten dich auch hier wieder farbenfrohe Korallenriffe und ein wahres Paradies unter Wasser. Airlie Beach wird dich nicht mehr so schnell loslassen!

Hervey Bay und Fraser Island

Abenteuer auf der größten Sandinsel der Welt

In Hervey Bay wartet das nächste Abenteuer: ein Tagesausflug nach Fraser Island, die größte Sandinsel der Welt. Mit einem Geländewagen erkundest du die Insel, von kristallklaren Süßwasserseen wie dem Lake McKenzie bis hin zu den goldenen Sandstränden, an denen du kilometerweit entlangfahren kannst. Auch die Maheno-Wrack-Ruine, die gestrandete Überreste eines Schiffs, erzählt hier ihre eigene Geschichte. Diese Insel ist ein echter Abenteuerspielplatz!

Sunshine Coast und Brisbane

Surfen und City-Vibes

Die Sunshine Coast macht ihrem Namen alle Ehre – die sonnenverwöhnten Strände laden dich zum Surfen, Schwimmen und Entspannen ein. Besuche den bezaubernden Ort Noosa, wo das Leben etwas langsamer verläuft und dich der Nationalpark mit atemberaubenden Küstenwegen lockt.

Von hier aus geht es weiter nach Brisbane, der Hauptstadt von Queensland. Die Stadt ist modern, lebendig und vielseitig. Genieße einen Spaziergang entlang der South Bank, einem grünen Stadtviertel mit Gärten, Restaurants und einem künstlichen Strand. Brisbane ist ein Ort, an dem sich die Großstadt und die Natur die Hand reichen.

Gold Coast und Byron Bay

Surfer-Paradies und Walbeobachtungen

Nur eine Stunde südlich von Brisbane liegt die Gold Coast – ein Paradies für Surfer. Die Wolkenkratzer von Surfers Paradise, die goldenen Strände und das aufregende Nachtleben machen diesen Ort zu einem Hotspot für Abenteurer.

Weiter südlich erreichst du Byron Bay, wo die Atmosphäre entspannter wird. Die Hippie-Metropole Australiens ist bekannt für ihre alternative Szene und die atemberaubende Natur. Der Leuchtturm am Cape Byron ist der östlichste Punkt Australiens – ein großartiger Ort, um Pottwale direkt von der Küste aus zu beobachten. Dieses Erlebnis wirst du nie vergessen.

Sydney

Die Perle Australiens entdecken

Sydney, die größte Stadt Australiens, begeistert mit einer Mischung aus urbanem Flair, traumhaften Stränden und beeindruckender Natur. Egal, ob du die weltberühmte Oper bestaunst, durch das historische Viertel The Rocks schlenderst oder an den Stränden von Bondi oder Manly entspannst – Sydney hat für jeden etwas zu bieten.

Sehenswürdigkeiten, die du nicht verpassen solltest

Ein absolutes Highlight ist natürlich das Sydney Opera House, eines der bekanntesten Wahrzeichen der Welt. Direkt daneben erstreckt sich die Harbour Bridge, die du entweder überqueren oder bei einer geführten Klettertour erklimmen kannst – mit spektakulärem Blick auf den Hafen!

Für alle, die Natur lieben, bietet sich ein Besuch im Royal Botanic Garden an, eine grüne Oase mitten in der Stadt. Ein besonderer Aussichtspunkt ist Mrs. Macquarie’s Chair, eine in Stein gemeißelte Bank, die einen atemberaubenden Blick auf das Opernhaus und die Harbour Bridge bietet – perfekt für Fotos, besonders zum Sonnenuntergang.

Strände und Outdoor-Erlebnisse

Sydney ist ein Paradies für Strandliebhaber. Der berühmte Bondi Beach lädt zum Surfen und Sonnenbaden ein, während der malerische Coogee Walk fantastische Ausblicke auf die Küste bietet. Wer es ruhiger mag, findet in Manly Beach oder Watsons Bay perfekte Plätze zum Entspannen.

Kulinarik & Nightlife

Von trendigen Cafés in Surry Hills bis hin zu erstklassigen Restaurants am Darling Harbour – Sydney verwöhnt Feinschmecker mit frischen Meeresfrüchten und internationaler Küche. Am Abend locken angesagte Rooftop-Bars und gemütliche Pubs, die das Stadtleben perfekt abrunden.

Sydney ist eine Stadt, die begeistert – mit ihrer Vielfalt, Schönheit und entspannten Lebensart. Wer Australien besucht, sollte sich dieses Juwel nicht entgehen lassen!

Canberra und Bittangabee Bay

Von der Hauptstadt in die Wildnis

Nach der lebhaften Metropole steht ein Besuch in Canberra, der Hauptstadt Australiens, an. Die Stadt ist ruhig, geordnet und bietet viele interessante Museen und Galerien. Besonders sehenswert ist das Australische Kriegsmuseum sowie das Parlament.

Danach wird es wieder wild: Die Bittangabee Bay im Ben-Boyd-Nationalpark bietet dir abgelegene Strände und atemberaubende Natur. Ein idealer Ort, um für ein oder zwei Tage den Alltag hinter dir zu lassen und die Ruhe zu genießen.

Wilsons Promontory

Australiens wilde Seite

„The Prom“, wie die Einheimischen Wilsons Promontory nennen, ist ein Highlight auf dem Weg nach Melbourne. Der Nationalpark begeistert mit spektakulären Wanderwegen, einsamen Stränden und einer reichen Tierwelt. Vielleicht entdeckst du Wombats oder Kängurus auf deiner Tour! Ein besonders schöner Ort ist der Squeaky Beach, dessen Sand unter deinen Füßen quietscht.

Fazit: Ein Roadtrip, der dich für immer verändert

Ein Roadtrip von Cairns nach Melbourne ist mehr als nur eine Reise – es ist eine Erfahrung, die dich bereichert und dich die Schönheit Australiens hautnah erleben lässt. Von tropischen Regenwäldern über endlose Strände bis hin zu pulsierenden Städten bietet diese Route alles, was dein Herz begehrt. Also, worauf wartest du? Dein Camper steht bereit, und das Abenteuer wartet auf dich!

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Farmleben in Australien

Zu Gast bei Farmern in Victoria

Vor einigen Wochen im Kalbarri Nationalpark in Western Australia, haben wir Diane und Andrew kennengelernt. Es war eine dieser typischen australischen Begegnungen: Mitten im Outback, auf einer Wanderung, trifft man andere Menschen, kommt ins Gespräch, tauscht ein paar Nettigkeiten und gute Wünsche aus – und geht anschließend wieder seiner Wege.

Doch dieses Gespräch nahm eine unerwartete Wendung.

Wir erzählten den beiden von unserer Reise, von der Idee, mit unseren Kindern ein Jahr lang die Welt zu erkunden. Diane und Andrew hörten aufmerksam zu und waren sichtlich begeistert. Und dann erzählten sie, dass sie eine große Getreidefarm auf halber Strecke zwischen Adelaide und Melbourne besitzen. Wenn wir auf unserer Reise dort vorbeikämen, seien wir herzlich eingeladen, sie zu besuchen.

Im ersten Moment lehnten wir dankend ab. Nhill, wo die Farm liegt, schien uns doch ziemlich weit weg von unserer geplanten Route. Doch als wir uns später noch einmal auf dem Parkplatz begegneten, dachten wir: Vielleicht ist es doch sinnvoll, zumindest die Telefonnummern auszutauschen.

Also taten wir genau das – tauschten Nummern aus und verabschiedeten uns.

Einige Wochen später, als wir in dem wunderschönen Haus in Beaumaris an der Port Philip Bay wohnten und unsere weitere Route planten, ging uns der Gedanke, Diane und Andrew zu besuchen, nicht mehr aus dem Kopf. Nhill ließ sich erstaunlich gut mit unserer Strecke über die Great Ocean Road und durch den Grampians Nationalpark verbinden.

Trotzdem fühlte es sich ein wenig seltsam an, wildfremde Menschen anzurufen und zu fragen, ob ihr Angebot wirklich ernst gemeint war.

Wir taten es trotzdem.

Und ja – es war absolut ernst gemeint.

Ankunft auf der Farm

Nach unserer Tour über die Great Ocean Road und durch die Grampians machen wir uns also auf den Weg in das kleine Dorf Nhill, ganz im Westen des australischen Bundesstaates Victoria.

Durch endlose Weizenfelder und über kilometerlange Schotterpisten nähern wir uns der Farm von Diane und Andrew. Ihre Vorfahren waren Anfang des 19. Jahrhunderts aus Mecklenburg ausgewandert, um ihr Glück in Australien zu suchen. Seitdem befindet sich die Farm im Familienbesitz. - Irene erinnert sich, dass auch einer ihrer Vorfahren den Namen Koop hatte und aus Nordostdeutschland kam. Wer weiß - vielleicht sind wir ja sogar mit Diane und Andrew verwandt.

Schon von Weitem sehen wir das Farmhaus: ein wunderschönes, mehr als 100 Jahre altes Haus mit einer großen Veranda und einem üppigen Garten. Es wirkt fast wie eine kleine grüne Oase mitten in der weiten Landschaft.

Als wir ankommen, empfängt uns Diane herzlich. Sie zeigt uns unsere Schlafzimmer, und wenig später sitzen wir mit einer Erfrischung auf der Veranda und tauschen Reisegeschichten aus. Diane und Andrew sind selbst schon viel herumgekommen, so dass wir uns über Orte auf der ganzen Welt unterhalten können.

Am Abend kommt auch Andrew von der Farmarbeit nach Hause.

Natürlich werfen wir den Grill an und machen ein klassisches australisches BBQ. Der Tag klingt bei guten Gesprächen und unter einem riesigen Sternenhimmel aus.

 

Ein Tag auf der Getreidefarm

Der nächste Tag steht ganz im Zeichen des Farmlebens. Andrew führt uns morgens zuerst durch die Scheunen und Schuppen der Farm.

Es ist beginnender Herbst in Australien. Die Felder sind bereits abgeerntet und müssen nun gedüngt werden.

Zuerst fahren wir zu einigen großen Scheunen, die das operative Herz der Farm bilden. Dort befüllen wir einen Lastwagen mit Dünger.

Auf dem Feld, das wir bearbeiten möchten, wartet bereits Will, der Sohn von Diane und Andrew. Die beiden sind glücklich, dass er die Farm übernehmen wird. Er steht neben einem beeindruckenden Gespann: ein riesiger Traktor mit dreifach bereiften Rädern, der eine Maschine mit über 40 Metern Spannweite zieht.

Doch bevor es losgeht, muss der Traktor noch betankt werden.

Also hängen wir ein 2.000-Liter-Dieselfass an den Ute. Andrew fährt den Truck, Sebastian und Maximilian fahren mit dem Ute hinterher. Mit etwa 80 km/h über die Sand- und Schotterpisten zu fahren macht erstaunlich viel Spaß – auch wenn es dabei gewaltig staubt.

Erst nach etwa zwanzig Minuten erreichen wir das Feld.

Der Dünger wird umgefüllt, der Traktor betankt – und dann beginnt die eigentliche Arbeit. Vollständig GPS-gesteuert zieht das gewaltige Gespann seine Bahnen über die gigantische Fläche.

Die Dimensionen sind für uns kaum vorstellbar. Diane und Andrew bewirtschaften mehr als 10.000 Hektar Land. (Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Bauernhof im Münsterland hat etwa 30 bis 40 Hektar).

Hier draußen lernt man Geduld.

Früher hatten die beiden auch noch Schafe, die sie aber vor kurzem verkauft haben. Sie möchten kürzer treten, mehr reisen. Will steigt gerade wieder ins Schafgeschäft ein und hat erst kürzlich eine kleine Herde Lämmer gekauft.

Nach einigen Stunden auf dem Feld lassen wir Will weiterarbeiten und machen noch eine ausgedehnte Runde über die Farm. Über abenteuerliche 4WD-Tracks fahren wir mit zwei Utes quer über das Farmland bis zum Lake Hindmarsh, der zu dieser Jahreszeit allerdings komplett ausgetrocknet ist.

Für uns ist es ein beeindruckendes Erlebnis. Diese Dimensionen von Land und Maschinerie sind kaum vorstellbar.

Völlig erschöpft und voller Eindrücke fallen wir abends ins Bett.

 

Ein Abend im Victoria Hotel in Dimboola

Am nächsten Morgen schlafen wir erst einmal aus und starten ganz gemächlich in den Tag. Während Andrew bereits wieder auf der Farm arbeitet, unterhalten wir uns mit Diane auf der Veranda.

Am Abend fahren wir gemeinsam ins 50 km entfernte Dimboola. Dimboola ist das nächstgelegene Dorf, wir haben einen Tisch für das Abendessen im Victoria Hotel reserviert.

Dieses mehr als 100 Jahre alte Hotel, das sich immer noch ganz im viktorianischen Stil präsentiert, ist so etwas wie das soziale Zentrum der Farmer aus der ganzen Umgebung: Dunkle Holzpaneele an den Wänden, stilvolles Interieur, Gemälde - und natürlich eine ordentliche Bar und ein gutes Restaurant.

Diane hat Freunde eingeladen – ebenfalls Farmer, ebenfalls reiselustige Menschen. Bei gutem Essen und einem Pint Bier entstehen schnell lebhafte Gespräche über Reisen, Landwirtschaft und das unterschiedliche Leben auf zwei Kontinenten.

Es sind spannende Tage, die uns mitten hineinführen in das Leben auf einer australischen Getreidefarm.

Am nächsten Morgen heißt es Abschied nehmen von Diane und Andrew und ihrer Farm.

Natürlich laden wir die beiden ein, uns irgendwann im Münsterland zu besuchen. Dann wollen wir ihnen zeigen, wie Landwirtschaft bei uns funktioniert. - Ein Stück interkultureller Austausch auf dem Land.

 

Weiter nach Wedderburn – zur Schaffarm

Vor uns liegt nun ein weiterer Ort, von dessen Existenz wohl selbst viele Australier nichts wissen.

Wir fahren nach Wedderburn Junction, 220 km weiter östlich in Victoria.

Als wir uns mit Sabine und ihrem Verlobten Neil in Melbourne getroffen hatten, erzählte Neil, dass seine Schwester Karen gemeinsam mit ihrem Mann Geoff eine Schaffarm betreibt, die seit Generationen im Familienbesitz ist. Wenn wir möchten, könnten wir sie dort besuchen.

Erneut fragten wir also Menschen, die wir noch nie zuvor getroffen haben, ob wir bei ihnen wohnen können. Karen, mit ihrem ruhigen Wesen und ihrer warmen Art, lädt uns tatsächlich ein. Wir können bleiben, so lange wir wollen.

Für uns ist das eine wunderbare Gelegenheit, neben dem Getreidefarming nun auch das Schaffarming kennenzulernen.

 

Goldrausch in Wedderburn

Wedderburn liegt mitten in den australischen Goldfields von Victoria.

Als wir ankommen, findet gerade das Wedderburn Detector Jamboree, ein großes Goldsucher-Festival statt. Goldgräber, Sondengänger und Goldwäscher treffen sich auf dem örtlichen Campground und tauschen Erfahrungen aus.

Noch immer gibt es Gold zu finden in dieser Gegend.

Bei einem Wettbewerb im Goldwaschen staunen unsere Kinder nicht schlecht, als tatsächlich kleine Goldflocken aus dem Sand herausgewaschen werden.

Der Goldrausch in Wedderburn begann bereits 1852. Und noch 1980 wurde hier einer der berühmtesten Goldnuggets Australiens gefunden: die Hand of Faith, ein Nugget mit mehr als 27 Kilogramm Gewicht.

Nicht jeder hatte freilich Glück im Goldsuchen. Wer damals kein Gold fand, destillierte Eukalyptusöl und verkaufte es. Bis heute ist die Gegend berühmt für ihr hochwertiges Eukalyptusöl, das für alle möglichen Anwendungsgebiete taugt: von Fleckentferner bis zum Erkältungsmittel.

Wir sind froh, dass wir einen Wagen mit Allradantrieb haben. Mit unserem 4WD erkunden wir die holprigen Tracks rund um Wedderburn. Überall entdecken wir verlassene Schächte der Goldgräber und Ruinen alter Eukalyptus-Destillerien, die von der Geschichte dieses Ortes erzählen.

Ein Tagesausflug führt uns nach Bendigo, wo auch heute noch Gold abgebaut wird. In der Central Deborah Mine fahren wir mit einem Förderkorb tief in einen Schacht ein und erleben eine faszinierende Führung durch den harten Alltag unter Tage.

 

Anschließend versuchen wir selbst unser Glück beim Goldwaschen – und tatsächlich finden wir ein paar winzige Goldpartikel.

Eureka!

 

Mit Geoff über die Farm

Natürlich wollen Karen und ihr Mann Geoff uns ihre Farm zeigen. Wir springen also neben Belle, dem Hirtenhund auf die Ladefläche von Geoffs altem Ute und los geht’s. Geoff erzählt Geschichten aus seinem Leben, in einem breiten und derben australischen Slang, an den wir uns erst einmal gewöhnen müssen.

Sein Farmland ist wunderschön gelegen: sanfte Hügel, viele Bäume, kleine Creeks und weite Weiden am Fuße des Mount Korong.

Auch seine Farm ist riesig: Fast zwei Stunden lang fahren wir über sein Land.

Irgendwann zeigt er uns einen Hügel mit lichtem Eukalyptuswald, der ihm gehört. Dort befindet sich ein Goldfeld. Immer wieder dringen Glücksritter illegal auf sein Land ein, um mit Metalldetektoren und Hacken nach Gold zu graben.

Noch während Geoff uns davon erzählt, passiert es: Der Wagen stoppt abrupt und kippt plötzlich zur Seite. Ein Hinterrad hängt in der Luft.

Wir sind mit in einen illegal gegrabenen Schacht geraten und stecken geblieben.

Mit einem beherzten Sprung retten wir uns von der Ladefläche. Zum Glück ist Karen erreichbar. Sie kommt mit dem Traktor und zieht uns mit einer schweren Kette wieder heraus.

Nach diesem Erlebnis fangen wir erst einmal ein paar Flusskrebse aus dem Teich hinter dem Haus.

Später fährt Geoff mit Irene und Sebastian noch einmal hinaus auf die Weiden. Er hat seine Flinte dabei und möchte ein paar Kängurus schießen.

Es zeigen sich aber nur drei große Exemplare ziemlich weit entfernt – zu weit für einen sicheren Schuss. Die Tiere haben Glück.

Stattdessen fahren wir weiter über die Felder in einen spektakulären Sonnenuntergang.

 

Golfplatzpflege auf australisch

Mit Geoff gibt es immer etwas zu erleben.

Er ist Präsident des Wedderburn Golf Club, und am Sonntag steht Platzpflege auf dem Programm. Der Platz ist aufgrund der Trockenheit nur im Winter bespielbar. Die Saison beginnt zu Ostern, und bis dahin muss der 18-Loch-Platz vorbereitet werden.

Unsere Aufgabe ist es, die Greens zu säubern. Die Greens sind allerdings nicht grün – sie bestehen aus dunklem Sand, der mit einer von Geoffs Kumpel konstruierten bizarren Maschine gesiebt wird.

Australien ist eben anders.

 

Ein Tag im Shearing Shed

Während unserer Tage auf der Farm kommen die Scherer zum Crutching. Dabei werden die Hinterteile der Schafe geschoren, damit das Lammen leichter fällt und sich keine Fliegen dort einnisten. Karen und Geoff besitzen mehr als 1.400 Schafe, zumeist Merinos. Es liegt also ein ordentliches Stück Arbeit vor uns.

Früh am Morgen fahren Geoff, Maximilian und Sebastian zum Shearing Shed, den Karen und Geoff selbst gebaut haben. Bevor die Scherer kommen, wollen wir noch die Lämmer kastrieren.

Für uns, die wir noch nie mit Schafen gearbeitet haben, ist das zunächst ungewohnt. Wir müssen die Lämmer, die etwas 6 Monate alt sind, zusammentreiben, fangen, auf den Rücken legen und dann mit einem sehr engen Ring versehen. Harte Arbeit, denn mit ihren 6 Monaten sind die Lämmer bereits ziemlich stark und wiegen bereits über 30 kg.

Als die Scherer kommen, beginnt die Arbeit im Akkord: Wir treiben die Herden nacheinander über eine Rampe in den Shearing Shed. Dabei hilft uns Belle, der treue Hirtenhund. Dann treiben wir die Schafe in die Stände hinter den Scherplätzen.

Die Scherer holen sich ein Schaf nach dem anderen, scheren es in atemberaubendem Tempo und lassen es anschließend über eine Rampe wieder hinaus auf die Weide.

Wir stinken, sind von oben bis unten dreckig und voller Staub, aber diese Arbeit macht Spaß! Am Ende des Tages, treiben wir die Herden wieder auf ihre Felder. Der Weg, den wir mit den Schafen zurücklegen, ist mehrere Kilometer lang. Sanfte Hügel, vereinzelte Bäume, goldenes Licht.  

Die Sonne steht tief, und eine gewaltige Herde Schafe durch diese schon fast toskanisch anmutende wunderschöne Landschaft in den Sonnenuntergang zu treiben, ist einer der schönsten Momente der Reise.

Es gibt immer etwas zu tun, und meistens beginnt alles mit einer abenteuerlichen Fahrt im Ute über endlose Weiden.

Ein Hammel bereitet Geoff Probleme. Er büchst immer wieder aus und ist nur schwer kontrollierbar. Geoff hat bereits mehrfach versucht, ihn einzufangen, doch allein ist es ihm nicht geglückt. Also versuchen Geoff, Maximilian und Sebastian es nun gemeinsam.

Als wir ihn auf einer weit entfernten Weide entdecken, trennen wir ihn von der Herde Mit der Hilfe von Belle, dem treuen Hirtenhund, treiben wir den Hammel in die Enge. Belle befolgt Geoffs Anweisungen präzise und konzentriert. Nach einer Weile gibt es für den gewaltigen Hammel kein Entkommen mehr. Doch was jetzt? Beherzt packt Sebastian das fast 200 kg schwere Tier am Hals, schwingt sich auf seinen Rücken und reitet auf dem Hammel, bis er erschöpft aufgibt. Wir legen ihn mit vereinten Kräften auf den Rücken, fesseln ihn und wuchten ihn zu Dritt auf den Anhänger, um ihn auf eine sichere Weide beim Shearing Shed zu bringen. Einfacher gesagt als getan. Denn auf der Weide angekommen, lösen wir die Fesseln und der Hammel büchst erneut aus, rammt Geoff mit dem Kopf in den Bauch, so dass Geoff schmerzhaft auf dem Rücken landet. Ein cleveres Tier.

Als wir den Hammel mit einiger Mühe endlich auf die Weide getrieben haben, steht der Entschluss: Geoff wird das Tier, das ständig Ärger macht, wohl verkaufen.

Nur schwer können wir uns von diesem Leben als Schaffarmer lösen. Karen und Geoff haben zwar zwei Söhne, aber keiner von ihnen möchte die Farm übernehmen. Als wir uns verabschieden, sagen wir - vielleicht sogar ein bisschen ernst gemeint - die beiden sollen sich bei uns melden, wenn sie die Farm einmal verkaufen wollen...